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Dr. Ambros Giner und Dr. Gerhard Kaufmann, Orthopädie + Fusszentrum Innsbruck

Orthopädie + Fußzentrum
Dr. Ambros Giner
Dr. Gerhard Kaufmann


Innrain 2
A-6020 Innsbruck
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Dr. Ambros Giner
Wahlarzt: TGKK
Vertragsarzt: BVA, VA, SVA, KUF

Dr. Gerhard Kaufmann
Wahlarzt: TGKK, BVA, VA, SVA
Vertragsarzt: KUF

In der Kinderorthopädie, insbesondere bei neurologischen Erkrankungen, jedoch auch bei anderen Beschwerdebildern v.a. am Fuß (z.B. Klumpfuß oder Ballenhohlfuß, Spitzfuß und auch Plattfuß,...) spielen zur Korrektur der Fehlstellungen Sehnen- bzw Muskelverlängerungsoperationen eine wesentliche Rolle. Es können Muskeln bzw Sehnen vor allem an der unteren, manchmal auch an der oberen Extremität behandelt werden. Dabei entscheidet natürlich die Fehlstellung bzw Erkrankung, welcher Muskel verlängert bzw tranferiert (versetzt) werden soll.
Bei einem Muskel- bzw Sehnentransfer wird nicht nur der Muskel-Sehnen-Apparat insgesamt länger, sondern der Muskel bekommt durch den Transfer eine andere Zug-Richtung. Somit wirkt jede Muskelaktivierung des versetzten Muskels der Fehlstellung entgegen (aktive Korrektur). Auch bei Ausfall einzelner Funktionen kann ein Sehnentransfer als Therapiemaßnahme notwendig werden, um dieses Defizit auszugleichen (z.B. Tibialis posterior Transfer).
Diese Sehne spielt beim Erwachsenen beim erworbenen Plattfuß eine wichtige Rolle und muß bei dieser Erkrankung durch die Flexor digitorum Sehne ersetzt werden.
Anhand zweier Sehnen wird exemplarisch die Effektivität dieser Muskeltransfers dargelegt.

Tibialis anterior Transfer (vordere Schienbeinsehne)

Nach der initialen Behandlung des Klumpfuß im Neugeborenenalter kann es bei ca 5-10 % der Patienten zu einem Rezidiv bzw Persistieren des Sichelfußes kommen. Kann diese trotz konservativer Therapiemaßnahmen (Physiotherapie und Schienenbehandlung) nicht korrigiert werden, ist ein Transfer der Tibialis anterior Sehne zur Korrektur dieser Fehlstellung oft die einzige Möglichkeit. Auch bei schweren Klumpfußfehlstellungen im Erwachsenenalter, wie beim Apoplex oder beim Ballenhohlfuß wie bei angeborenen Muskelerkrankungen kann mittels dieses Sehnentransfers (meistens sind auch weitere weichteilige und knöcherne Korrekturen zusätzlich notwendig) eine gute Korrektur der Fehlstellung erreicht werden.

Ballenhohlfuß postoperativ Tibialis anterior Transfer Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Ziel ist es, durch die Restauration der Biomechanik eine regelrechte Funktion des Fußes zu erreichen. Durch begleitende Muskelverlängerungen und knöcherne Stellungskorrekturen kann ohne Versteifungen von Fußgelenken eine gute Position des Fußes und Sprunggelenkes erreicht werden.

Ballenhohlfuß Tibialis anterior Transfer Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Tibialis posterior Transfer (hintere Schienbeinsehne)

Dieser Muskeltransfer wird häufig bei starken Rezidivklumpfuß-Stellungen oder beim sekundär aufgetretenen Klumpfuß des Erwachsenen z.B. nach einem Schlaganfall (Apoplex) als korrigierende Therapiemaßnahme vorgenommen. Häufig (wie auch beim unten gezeigten Fall) sind dabei auch knöcherne Korrekturen notwendig.

Klumpfuß vor Tibialis posterior Sehnen-Transfer Dr.Kaufmann OFZ Innsbruck

Dabei wird die Sehne innenseitig am Fuß abgelöst und in die Mitte bzw mehr auf die Außenseite des Fußes versetzt. Auch hier sind häufig begleitende Operationen wie Knochendurchtrennungen des Fersenbeines oder des ersten Mittelfußknochens notwendig. Häufig besteht auch ein Spitzfuß, sodaß eine Wadenmuskelverlängerung zusätzlich notwendig wird.

Nach Nervenverletzungen, die die Fußhebung nicht mehr möglich machen, kann dieser Muskeltransfer durchgeführt werden, um eine Fußhebungsbewegung wieder möglich zu machen. Durch die Umverlagerung der Sehne wird aus einem "Fußsenker" ein "Fußheber" und die für die Patienten sehr störende Stolperneigung kann damit erfolgreich behandelt werden.

Röntgen vor und nach Tibialis posterior Sehnen-Transfer Dr.Kaufmann OFZ Innsbruck


Klumpfuß nach Tibialis posterior Sehnen-Transfer Dr.Kaufmann OFZ Innsbruck

Diese Sehne spielt v.a. beim Erwachsenen im Rahmen der Entstehung des erworbenen Plattfußes eine wichtige Rolle und muß bei dieser Erkrankung durch die Flexor digitorum Sehne ersetzt werden.

Korrektur des Hallux varus

Ein Hallux varus ist eine Fehlstellung des Großzehens, bei der es zu einer Abweichung desselbigen nach innen kommt. Dies kann selten angeboren sein. Am häufigsten ist diese Fehlstellung beim angeborenen Klumpfuß als residueller Befund nach Korrektur der restlichen Fehlstellungen zu sehen. Auch kann diese Fehlstellung Folge einer Überkorrektur nach einer Hallux valgus-Operation sein.
Diese Fehlstellung kann mittels eines Anteiles der Großzehenstrecksehne weichteilig korrigiert werden. Bei Fehlstellung der restlichen Langzehen, kann mittels Sehnenumlenkung der kurzen Fußmuskulatur die Stellung derselbigen dauerhaft verbessert werden. Manchmal sind auch knöcherne Stabilisierungen, wie bei der Hammerzehenfehlstellung notwendig.

Hallux varus Korrektur mit Extensor hallucis Transfer Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Sehnentransfers an der oberen Extremität

Gerade bei Schlaganfall-Patienten oder Patienten mit spastischen Bewegungsstörungen kann auch die obere Extremität, insbesondere die Hand stark betroffen und damit funktionell gering oder unbrauchbar sein.
Auch hier gibt es Sehnentransfer-Techniken, die eine gute Korrekturmöglichkeit bieten, sodaß die Hand wieder gebrauchsfähig wird. Zu nennen sind hier v.a. die Flexor carpi ulnaris Sehne sowie die Verlagerung und Transferierung der langen Beugesehne der Finger bei extremer Fingerbeugekontraktur.

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