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Dr. Ambros Giner und Dr. Gerhard Kaufmann, Orthopädie + Fusszentrum Innsbruck

Orthopädie + Fußzentrum
Dr. Ambros Giner
Dr. Gerhard Kaufmann

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Dr. Ambros Giner
Wahlarzt: TGKK
Vertragsarzt: BVA, VA, SVA, KUF

Dr. Gerhard Kaufmann
Wahlarzt: TGKK, BVA, VA, SVA
Vertragsarzt: KUF

Da die Hand als Greiforgan eine zentrale Rolle in unserem Alltag spielt, sind allfällige Probleme dieser Region mit sehr großen Einschränkungen verbunden und werden als sehr störend erlebt. Häufig liegt die Ursache dieser Probleme am Hand- bzw Handwurzelbereich selbst. Nicht selten handelt es sich dabei jedoch um zusammengesetzte Beschwerdebilder, die ihre Ursache in mehreren Regionen haben und durch Ausstrahlung der Schmerzen zumindest eine Verstärkung der Handsymptomatik ergeben.

Carpaltunnelsyndrom (CTS)

Beim sogenannten Carpaltunnelsyndrom handelt es sich um ein sogenanntes Engpasssyndrom, d.h. daß ein peripherer Nerv in seinem Verlauf durch andere Strukturen mechanisch gequetscht wird und dadurch ein schmerzhaftes Problem entsteht. Beim Carpaltunnelsyndrom wird ein Hauptnerv der Hand (Nervus medianus) im seinem knöchern-bindegewebigen Kanal an der Hand durch ein verdicktes Band "eingeklemmt" und es entstehen die typischen Schmerzen, bzw ein Taubheits- oder Kribbelgefühl des Daumens, des Zeigefingers und eines Teils des Mittelfingers. Häufig läßt sich dies auch mittels neurologischer Spezialuntersuchung (Nervenleitgeschwindigkeit) diagnostizieren.

Therapeutisch ist bei ausgeprägter Klinik die chirurgische Spaltung dieses Bandes, um dem Nerven Platz zu verschaffen, notwendig. Der Eingriff kann in lokaler Betäubung durchgeführt werden und stellt somit nur eine geringe Belastung für den Patienten dar. Die Länge des Hautschnittes beträgt in der Regel 2-3 Zentimeter, die Wunde muß aufgrund der Lokalisation am Handgelenk für einige Tage geschont werden, um eine optimale Wundheilung ermöglichen zu können. In leichteren Fällen sind auch konservative Therapiemöglichkeiten sehr effektiv. So kann mittels Dehntechniken des Nervengewebes durch tägliche Beübung oft schon eine Linderung bewirkt werden. Unterstützend kann eine lokale abschwellende Infiltration zu einem Rückgang der Schwellung und damit zu einer Entlastung des Nerven führen. Zudem kann mittels Kinesiotape-Anlage in leichteren Fällen eine häufig erstaunliche Reduktion der Symptomatik erreicht werden.

Im vorliegenden Fall besteht zusätzlich zur Nervenreizung des N. medianus eine Reizung des großen Brustmuskels (M. pectoralis major) sowie des M. pronator teres.

 

Karpaltunnelsyndrom Tapebehandlung Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Das Carpaltunnelsyndrom ist häufig mit anderen Problemzonen an der oberen Extremität verknüpft und wird durch Erkrankungen des Schultergürtels (Tendinitis calcarea, Rotatorenmanschettenprobleme,...) durch die dadurch bedingte muskuläre Irritation zumindest deutlich verstärkt. Häufig bestehen auch Irritationen der Unterarmmuskulatur, wie ein Tennis- oder Golferellbogen und/oder funktionelle oder degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule mit entsprechender muskulärer Überaktivierung. Häufig ist dabei das Segment C5/6 involviert. Es ist somit beim Carpaltunnelsyndrom eine genaue klinische Untersuchung der oberen Extremität und auch der Halswirbelsäule unbedingt zu empfehlen. Neben der Kinesiotape-Anlage sind hierbei oft manualtherapeutische Methoden wirksam.

Differentialdiagnostisch muß vor dem Beginn einer Therapie für das CTS geklärt werden, ob die Problematik nicht durch eine Platzbedrängung des gleichen Nerven im ellbogennahen Bereich des Unterarmes (Pronator teres Syndrom) bedingt ist, bzw die Symptomatik v.a. den Ring- und Kleinfinger betrifft und dann dem Nervus ulnaris zugeschrieben werden muß. 

Es gibt neben dem Carpaltunnelsyndrom eine Reihe anderer Beschwerdebilder, die eine ähliche klinische Symptomatik aufweisen. Bei allen diesen Beschwerdebildern sollte eine genaue klinische Untersuchung undgenaue Befunderhebung stattfinden. Die Therapie muß dann je nach Befundkonstellation individuell angepaßt werden. Oft sind mehrere Gelenke und Gelenksregionen, verschiedene Muskelgruppen und auch Irritationssyndrome verschiedener Nerven involviert, die das "Gesamtbild" ergeben. Nicht selten sind Veränderungen an der Wirbelsäule, am Schultergürtel und der Ellbogenregion gleichzeitig feststellbar.

Im unten dargestellten Fall besteht eine Problematik des Radialisnerven, der Schultermuskulatur (M. deltoideus, M. supraspinatus, M. trapezius) sowie des M. sternorcleidomastoideus.

Schmerzsyndrom Nervus radialis Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

schmerzhaftes Handgelenk

Das menschliche Handgelenk ist eine komplexe anatomische Struktur mit vielen Gelenkskomponenten und Weichteilstrukturen. Schmerzen am Handgelenk sollten gerade, wenn sie bei jungen Patienten auftreten, immer abgeklärt werden, da gerade bei diesen häufig noch keine große Abnützung besteht. Eine solche kann sich jedoch innerhalb weniger Jahre v.a. bei biomechanischen Auffälligkeiten entwickeln. Besteht eine solche, kann der Krankheitsverlauf durch therapeutische Maßnahmen gestoppt werden.

Besteht ein Radiusvorschub, also eine Überlänge des daumenseitigen Unterarmknochens (Radius bzw Speiche), wird eine wesentliche Mehrbelastung in diesem Gelenksbereich bewirkt, die sehr früh zu starken Abnützungen dieses Gelenksanteiles führt. Gerade, wenn die Abnützungserescheinungen noch nicht sehr stark ausgeprägt sind, macht eine sogenannte Verkürzungsosteotomie des Radius von wenigen Milimetern Sinn. Durch moderne Plattensysteme, ist auch eine Frühmobilisierung des Handgelenkes nach einer solchen Operation möglich.

Radiusverkürzungsosteotomie Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Besteht eine Überlänge der Elle (lat. Ulna), tritt die Mehrbelastung entsprechend auf der Kleinfingerseite der Hand auf (Ulnaplusvariante). Dabei wird der Meniskus-artige Gelenkskörper (TFCC-triangulärer fibro-cartilaginärer complex bzw Diskus triangularis) in diesem Bereich durch den Überdruck regelrecht aufgerieben und dementsprechend zerstört. Auch hier ist eine Verkürzungsosteotomie - in diesem Fall der Ulna - angezeigt.

Durch Sportverletzungen kann dieser TFCC auch isoliert geschädigt werden. In solchen Fällen können teilweise arthroskopische Techniken eine Therapieoption darstellen.

Ulnaplusvariante betroffene und gesunde Seite nach Radiusfraktur Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Im vorliegenden Falle resultierte nach einer Fraktur der Speiche ein partieller Verschluss der Wachstumsfuge der Speiche, was zu einer Überlänge der Elle führte. Als Therapie wurde daher zusätzlich zur Verkürzungsosteotomie ein Verschluß der restlichen Wachstumsfuge an der Speiche vorgenommen.

Ulnaverkürzungsosteotomie Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

Handgelenksabnützung (Arthrose)

rDauerhafte Fehl- und Mehrbelastungen des Handgelenkes führen in aller Regel zu Abnützungen dieses Gelenkes mit entsprechender Symptomatik (Schwellung, Schmerz, Bewegungseinschränkung).  Manchmal bestehen Erkrankungen des Handwurzelskeletts, die eine solche Situation bedingen. So kann eine aseptische Nekrose des Mondbeines (Mb. Kienböck, Lunatummalazie) zu einem Höhenverlust und Unregelmäßigkeit der Oberfläche dieses Handwurzelknochens führen. Posttraumatische Veränderungen des Handwurzelskeletts wie nach Kahnbeinfrakturen sind ebenfalls häufig mit der Entstehung einer Arthrose verknüpft. Als weitere Ursache ist die sogenannte Scapholunäre Dissoziation zu nennen. Dabei kommt es durch den traumatischen oder degenerativen Riß eines stabilisierenden Bandes am Handwurzelskelett zu einer funktionellen Dissoziation, die am Routineröntgen oft nicht feststellbar ist, da sich diese Problematik häufig nur unter belastungssimulierten Röntgenaufnahmen darstellen läßt.

Die Handgelenksabnützung beginnt üblicherweise nicht mit dem Vollbild der Arthrose, sondern mit schleichendem klinischen Befund. Durch Mehrbelastungen eines Gelenksbereiches kann durch den Überdruck in diesem Gelenk ein Teil der Gelenksflüssigkeit durch eine Schwachstelle der Gelenkskapsel sich als knochenharte Knotenbildung äußern. In diesen Fällen spricht man von einem Handgelenksganglion oder auch Überbein. Zu differenzieren ist ein solches von einem Sehnenscheidenganglion, welches seinen Ursprung in den Sehnenscheider der Streck- oder Beugesehnen hat. Stört ein solches Ganglion, ist die chirurgische Entfernung häufig hilfreich. Mittelfristig ist die Verwendung von Handgelenksmanschetten oder -schienen sinnvoll, ebenso physiotherapeutische Maßnahmen.

In weiter fortgeschrittenen Fällen, bleibt als sinnvolle Therapiemaßnahme nur die Durchführung einer Teilversteifungen einzelner Handwurzelknochen oder die Komplettversteifung als Therapie der Wahl bestehen (Handgelenksarthrodese). Dabei wird die Hand in Funktionsstellung mittels eines langen Nagels oder einer Platte mit den Unterarmknochen verbunden und somit versteift. Von starken Abnützungen besonders betroffen sind rheumatische Patienten, zumal bei diesen durch entzündliche Prozesse in der Gelenkskapsel der destruierende Prozeß im Handgelenk besonders rasch voranschreitet.

Eine seltene Indikation für Handgelenksversteifungen stellen Patienten mit spastischen oder anderweitigen neurologischen Bewegungsstörungen dar. Bei diesen kann eine Handgelenksversteifung in Funktionsstellung (leichte Überstreckung) einen wesentlichen funktionellen Gewinn z.B. für das Bedienen einer Tastatur darstellen. Bei diesen Patienten muß oft eine Rückkürzungsosteotomie der Unterarmknochen zusätzlich durchgeführt werden.

Handgelenksabnützung mit Versteifung Dr. Kaufmann OFZ Innsbruck

schmerzhaftes Daumensattelgelenk (Rhizarthrose)

Eine häufige Problematik an der Hand stellt das schmerzhafte Daumensattelgelenk dar. Die Symptomatik tritt dabei v.a. bei Bewegungen, wie dem Auswringen von Tüchern, kräftiger Händedruck,...auf. Ursächlich ist eine Abnützung des Gelenkes zwischen ersten Mittelhandknochen und dem angrenzenden Handwurzelknochen (os trapezium). Als einzig dauerhafte und sinnvolle Therapiemaßnahme ist dabei die Durchführung einer Operation nach Epping zu nennen. Dabei wird das stark deformierte os trapezium (am linken Bild im Kreis abgebildet) chirugisch entfernt und der erste Mittelhandknochen mit einem Sehnenanteil stabilisiert, damit der kraftvolle Daumenschluß weiterhin möglich ist.

Auch hier sind in früheren Phasen der Erkrankung physiotherapeutische Maßnahmen und auch die Verwendung von Hand-Schienen mit Daumeneinschluß möglich. Auch lokale Infiltrationen des Gelenkes zeigen häufig eine gute Wirkung.

Operation nach Epping Dr. Kaufmann Dr. Giner OFZ Innsbruck

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